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Cortison

Über wenige Substanzen wird so kontrovers diskutiert wie über das Cortison. Die Diskussion läßt sich versachlichen, wenn man sich vor Augen führt, dass es sich beim Cortison um ein körpereigenes Hormon handelt, das lebensnotwendig ist. Produziert wird Cortisol, das z.T. zu Cortison umgewandelt wird, in der Nebennnierenrinde. Ein Cortisonmangel führt zu generalisierter Schwäche, zu Gewichtsverlust, Übelkeit, Muskelschmerzen und Gelenkentzündungen.

Zuviel Cortison (Cushing-Syndrom) führt zu Gewichtszunahme, Osteoporose, Atrophie der Haut, zu Trübungen der Augenlinse, zu erhöhter Infektneigung, Abbau der Muskulatur und Ersatz der Muskulatur durch Fettgewebe, zu Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus und zu Herz-Kreislauf-Störungen.

Wenn eine Cortison-Therapie erforderlich ist, sollte die erforderliche Dosis frühmorgens in Tablettenform eingenommen werden, denn auch das körpereigene Cortisol wird überwiegend morgens produziert. Nur in Ausnahmefällen sollte Cortison gespritzt werden, dann in entzündete Gelenke, aber nicht in die Muskulatur.

Wenn über längere Zeit Cortison eingenommen oder gespritzt wurde, droht die Nebennierenrindeninsuffizienz, also der durch den Arzt ausgelöste “Schlafzustand” der Cortison-bildenden Drüse. Die Folge ist ein Cortisonmangel, wenn plötzlich die Cortisonzufuhr beendet wird.

Die Symptome des Cortisonmangels sind oben beschrieben. In der Regel erholen sich die Nebennnieren innerhalb einiger Monate nach Reduktion der suppressiv-wirksamen Cortisondosis. In jedem Fall sind bei der Nebennierenrindeninsuffizienz regelmäßige endokrinologische Kontrollen und die Ausstellung eines Cortisonpaßes angezeigt. Der Paß sollte immer mitgeführt werden, um Ersthelfern im Falle eines Unfalls oder Nichtansprechbarkeit zu zeigen, dass Cortison gegeben werden muß. Cortison ist ein “Streßhormon”, d.h. in Phasen erhöhter körperlicher oder seelischer Beanspruchung (schwere Grippe, Unfall, andere schwere Erkrankungen) braucht der Mensch mehr Cortison !

Weitere Informationen zum Einsatz von Cortison in der Rheumatologie finden Sie hier